A Masterly Hand / Scientia Artis 9
eines Metallgegenstandes, der von einer Fixierung des Blockes zur Verhinde- rung des unkontrollierten Verdrehens in der Werkbank stammen wird. Auch in der Unterseite der Figur der Hl. Elisabeth (Abb. 12.2b) findet sich neben der mittigen Bohrung der Einstich eines spitzen Gegenstandes, jedoch von deutlich geringerer Größe. Das dritte Beispiel dieser Art, die Figur des Hl. Georg (Abb. 12.3), zeigt hingegen zwei kleine entsprechende Einstiche, die exakt auf einer Kreisbahn um die mittige Bohrung liegen. Die Kombination aus mittigem Loch und Einstichen lassen auf eine Verwendung einer Hilfs- konstruktion zur Einhängung in eine Werkbank schließen, welche am Werk- block befestigt wurde und sich somit beim Ausrichten der Figur mit dr ehte. 7 Die korrespondierenden Spuren auf den Kopfoberseiten stellen sich wie folgt dar: Beim Johannes (Abb. 12.4a) zeigt sich ein deutliches Hauptloch und ein weiteres, mit wenigen Millimeter Abstand eingeschlagenes Konterloch. Ersteres wird zur Aufnahme eines kräftigen Metalldornes gedient haben, letzteres wohl von einem deutlich dünneren Nagel stammen, der wiederum zur Fixierung gegen das Verdrehen des Werkblocks eingetrieben wurde – ähn- lich wie schon bei den Unterseiten vermutet. Im Streiflicht ist deutlich erkennbar, dass die Kopfoberseite schnitzerisch nicht ausgearbeitet, sondern abgeflacht ist. Solche Flächen entstehen, wenn die Werkbankelemente dicht an der Kopfoberseite anlagen und dieser Bereich somit verdeckt war. Erst nach der Herausnahme aus der Werkbank sind ent sprechende Flächen dann schnitzerisch zu gestalten, was jedoch häufig auch schlicht unterblieb. Bei der Figur der Hl. Elisabeth (Abb. 12.4b) finden wir mittig auf der Kopfoberseite den Rest eines abgebrochenen Metallnagels, der zwar recht klein ist, aber dennoch mit dem Einspannen in die Werkbank zusammenhängen mag. Ob es sich bei den kleineren Löchern neben dem abgebrochenen Metall- nagel ebenfalls um Konterlöcher wie bei der Figur des Johannes handelt, ist nicht eindeutig zu beantworten, jedoch sehr wahrscheinlich. Auch dort ist, wie zuvor beschrieben, der die Löcher umgebende Holzbereich abgeflacht und nicht schnitzerisch ausgearbeitet. Die Kopfoberseite des Hl. Georg (Abb. 12.4c) zeigt drei kleine, annähernd gleich große Löcher, auch diese werden vom Einspannen in die Werkbank stammen. Anders als bei den zuvor beschriebenen Figuren wurde dieser Bereich jedoch nach der Herausnahme aus der Werkbank mit einem kleinen Hohleisen schnitzerisch abgearbeitet. Hierdurch wird die Interpretation erschwert. So kommen als Fixierung neben einzelnen Metalldornen bzw. - nägeln auch Bankhaken mit einer oder zwei Spitzen in Frage, die in der Folge noch thematisiert werden. Zusammenfassend kann für diese drei Figuren somit angenommen werden, dass sie primär hängend in einer Werkbank und nicht liegend auf einem Werkbanktisch gefertigt wurden. An der Unterseite müssen wir uns eine Holz- konstruktion mit einemmächtigen Dorn oder Dübel vorstellen, die fixiert und dann in die Docke eingehängt wurde (Abb. 12.3). An den Oberseiten wurde die Fixierung mit spitzen, mehr oder weniger tief in das Holz reichenden Metallgegenständen erreicht. Abb. 12.3 Mögliche Einspannkonstruktion Hl. Georg 12.3
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